Blockflöte aus dem späten Mittelalter im Röntgenscanner

 

Die "Dordrechter Blockflöte", die 1940 bei Ausgrabungen beim Haus von Merwede in Dordrecht gefunden worden war, ist einer der fünf seltensten archäologischen Blöckflötenfunde weltweit. Die von Obstbaumholz gefertigte Flöte wurde in einem Brunnen gefunden, der während der zweiten Bauphase des Hauses, kurz vor der Mitte des 14. Jahrhunderts, angelegt worden war. Die Flöte kann in die Zeit zwischen ca. 1350 und 1421 datiert werden.

Diese Flöte, die sich heute im Dordrechts Museum befindet, ist ein ungewöhnlich komplett und unbeschädigt gebliebenes Exemplar und repräsentiert den ältesten Blockflötentyp. Das Ensemble für mittelalterliche Musik Aventure unter Leitung von Ita Heijmans hat die Erforschung dieses Instruments in die Hand genommen. Mit Hilfe von Röntgenscans wurde aufschlussreiche Information über die Bauweise der Flöte gewonnen. Dadurch ist es möglich, eine Verbindung zu historischen Blockflöten des frühen  16. Jahrhunderts zu legen. Ziel ist die Rekonstruktion eines Blockflötensets aus der Mitte des 15. Jahrhunderts. Mit diesen experimentellen Blockflöten wird Aventure in der kommenden Zeit Musikrepertoire für Instrumentalisten aus der Zeit um 1450-1470 ausführen.

Ein kurzer Forschungsbericht von Ita Heijmans ist  für die nächste Ausgabe von Klankbord - Newsletter for Ancient and Medieval Music  im Frühjahr 2016 geplant.

Siehe auch die Website Filling the Gap